Caracas – Washington – Frankfurt am Main (2. März 2010) –
Venezuelas Präsident
Hugo Chávez demontiert
nicht nur die Pressefreiheit und lässt Oppositionelle im Gefängnis verschwinden,
er ist auch für den systematischen Abbau von zahlreichen bürgerlichen Rechten
verantwortlich. Das berichtet die in
Frankfurt ansässige Internationale Gesellschaft für Menschenrechte
(IGFM). Sie bezieht sich dabei auf eine kürzlich veröffentlichte Studie der
Interamerikanischen Menschenrechtskommission (CIDH), die sich schwerpunktmäßig
mit Menschenrechtsverletzungen in der Bolivarischen Republik Venezuela befasst
und nachhaltig repressive Situation in diesem Land dokumentiert.
Von über 2.200 politisch motivierten Prozessen gegen Oppositionelle während der
letzten fünf Jahre berichtet die neue Studie der CIDH. Das vor wenigen Tagen
vorgestellte 322 Seiten starke Dokument "Demokratie und Menschenrechte in
Venezuela" konstatiert zudem eine "beunruhigende Tendenz", Menschen "anzugreifen,
zu bedrohen und einzuschüchtern", die offen Kritik an der Regierung äußern. Die
Mittel zur Einschüchterung reichen von Strafverfolgung bis hin zu physischer
Gewalt.
Die CIDH kritisiert dabei die "mangelnde Unabhängigkeit der Justiz gegenüber der
Politik". Zudem beklagt die Menschenrechtskommission der Organisation
Amerikanischer Staaten (OAS) die Militarisierung der Gesellschaft durch die
Schaffung paramilitärischer Verbände. Auf diese Weise demontiere die Regierung
Chávez das einstmals "demokratische System und erodiere ernsthaft die
bürgerlichen Rechte und Freiheiten."
Hugo Chávez: CIDH Generalsekretär ist "pures Exkrement"
Martin Lessenthin , Vorstandssprecher der IGFM kritisierte: "Präsident Chávez
verletzt tagtäglich internationale Menschenrechtsstandards. In dem von ihm
gelenkten Staat gibt es über 30 politische Gefangene, die meist ohne regulären
Prozess in Haft sitzen. Geständnisse werden in den meisten Fällen durch Folter
erpresst. Die CIDH zeigt ein ungeschminktes Bild der Menschenrechtsverbrechen
des Regimes. In ihrer Deutlichkeit hebt sie sich von so mancher internationaler
Meinung ab, die das venezolanische Regime nach wie vor mit einer gewissen
Nostalgie verharmlost."
Nach Auffassung der IGFM zeige die Reaktion von Hugo Chávez , dass er nicht
bereit ist, an der Menschenrechtslage in seinem Land etwas zu verändern. Er wies
die Studie als "manipuliert" zurück mit der Erklärung, die Interamerikanische
Menschenrechtskommission sei eine "Mafia" und ihr Generalsekretär Santiago
Cantón ein "pures Exkrement". Deshalb, kündigte Chávez kurzerhand an, sein Land
werde die Interamerikanische Menschenrechtskommission CIDH verlassen.